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Traum und Wirklichkeit
(© Wolfgang Brodt)
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Ich laufe den Weg durch die Nacht
weites land, ein schmaler Weg
meine Gedanken spielen
beide Männer tot
werde ich der nächste sein?
Flüsse tragen meine Träume fort
an einen fremden Ort.
Die Zeit steht, der Wind streichelt mein Haar
ich sage mir, jetzt ist mir endgültig klar
das kann ja nicht geh'n
ich weiß
da gibt es ein Licht am ende der Nacht
und ich will es nicht seh'n.

Es gibt kein zurück, vergessen und weiter
ich werde mein Vorhaben realisiern
es gibt nichts zu verliern
nur sterben ist umsonst
das ist meine letzte Chance
ich wollte nur mein Anteil vom Leben
nicht weniger und nicht mehr
ich habe keine Angst.

Ich gehe weiter
ich strecke meine Hände nach vorn,
dann spürte ich etwas kaltes und rauhes
ich taste mich nach links, dann nach rechts
es ist eine Mauer
mein Weg ist zu Ende.
Ich frage mich, wie geht es dahinter weiter
ach was, nicht fragen
nicht denken,
nicht grübeln.
Irgendwas ist sonderbar
ich rufe ganz laut:
Mauer öffne dich!
Die Erde unter meinen Füßen zittert,
die Mauer teilt sich.

Vor mir war es noch dunkler.
Ich überlegte,
was tue ich jetzt?
ich will doch sterben.
Wieviel Schritte muß ich noch tun?
Wieviel Schritte noch bis zum Tod?
Ich überlege nicht lange,
ich tue eine Schritt nach vorn
doch dann verliere ich den Boden unter meinen Füßen
und falle und falle,
es ist eine endlose Tiefe.
Während ich weiterfalle, überlege ich:
will ich sterben oder leben?

Ich schreie ganz laut:
STOP!!!!!!!!!

Es war, als würde ich in der Luft stehen,
eine innere Stimme sagt zu mir:
Das Leben geht weiter!
Ich schreie ganz laut:
Ich will leben!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Dann plötzlich, wie durch ein Wunder,
ich spüre ein Seil,
ich halte mich daran fest,
irgendjemand zog mich nach oben.
Am Ende der Dunkelheit sah ich ein Licht.
Oben angekommen, fragte ich meinen Retter.
Wer bist du?
Er sagte:
Ich bin dein Geist,
dein Schutzengel!

Seine weiteren Worte waren:
Du hast Glück gehabt
du darfst weiterleben,
es ist für dich noch lang nicht Zeit
wir seh'n uns, irgendwann in der Ewigkeit.
Dein Leben hinterließ Spuren
die Zeit vergeht nur auf den Uhren.
Nun bist du da,
gib deinem leben eine Chance.
Glaube an das Leben, mehr als an den tod.
Es gibt ein Leben nach diesem Leben,
wir sind Fremde, doch sind wir Freunde
vergiss den Schmerz
irgendjemand denkt an dich.

Du warst dem Himmel nah
nun kannst du dich frei fühlen.
Dein Weg in die zukunft öffnet sich.

Und noch etwas:

Denk daran, der Geist deines Freundes
ist immer bei dir,
er hilft dir, wenn du in Not bist,
er hält beide Hände schützend über dich.


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