Zurück
Ein ganz normaler Tag
(© Wilfried Neumann)
 
Weiter

 

Jeden Abend um halb viere
klingelts wild an Eingangstüre
Männe kreischt, er steht am Herd,
es gibt heute Heißes Schwert.

Ein kurzer Dreh, das Gas herunter,
damit´s nicht brennt, während er munter,
im schnellen Schritt zur Pforte eilt,
mal schau´n wer hektisch dort verweilt.

„Warum muß ich so lange warten ?
Warum gemäht ist nicht der Garten ?
Wonach riecht es denn wieder hier ?
Nimm Tüte ab, trag selbst dein Bier!"

Eine Sekunde Pause dann,
weil Frau schon nicht mehr sprechen kann.
Männe kleinlaut trägt Frau ins Haus,
danach die Sachen für den Schmaus.

Bedankt sich noch bei seiner Frau,
denn Fritzchen der weis ganz genau,
vor `nem gemütlich Abendessen,
darfst Dank für Arbeit nicht vergessen.

So huldigt er mit schönem Wort,
weil sonst die Dame schnell läuft fort,
die Taten von der schönen Frau,
bis sie anläuft vor Scham ganz blau.

Schüchtern am Tisch, auf allen Vieren,
tut er die Speisen brav servieren.
Er trägt, ihr seht es ganz genau,
Krawatte, Anzug dunkelgrau.

Auch das zählt zu der täglich Pflicht,
nicht zu erscheinen wie ein Wicht.
Der Frau der schmeckt es wunderfein,
Fritzchen gießt nach den kühlen Wein.

Obwohl es ist schon ziemlich spät,
schaltet er ein TV - Gerät.
Weil heute nach der Tagesschau,
kommt Sendung für die liebste Frau.

Sie schaltet `rum an ihrem Fauli,
er bestückt den Abwasch - Pauli.
Endlich stirbt ab des Dichters Hände,
sonst find der Alptraum hier kein Ende.

Halt, halt, bellt da mein Lieblingspudel,
sonst kommen Frau´n mit Holz für Nudel,
mußt du noch tippen, das ist klärchen,
the little Vers ist nur ein Märchen.


Zurück
Hexengedichte
Weiter