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Schreibblockade
(© Uwe Stuerck)
 

 

Auf deinem Schreibtisch liegt seit ein paar Tagen
Ein unberührtes, weißes Blatt Papier.
Es sieht dich an, als wolle es dir sagen:
„Komm, setz dich doch ein bisschen her zu mir."

Du lässt dich von den Rufen nicht verleiten,
Du weißt genau, du bist noch nicht soweit.
Du musst dich sammeln, musst dich vorbereiten,
Und so was dauert nun mal seine Zeit.

Du stehst vorm Tisch und fragst:"Was soll ich schreiben?"
Das Blatt Papier sagt: „Ist doch ganz egal."
Du sagst: „Oh nein, ich lasse mich nicht treiben."
Und gehst erst einmal in dein Stammlokal.

Nach drei Glas Wein und einem guten Essen
Kehrst du zurück an deinen Arbeitsplatz.
Das Blatt Papier kannst du für heut vergessen,
Denn dir fehlt immer noch der erste Satz.

Du weißt, bald wird sich melden dein Verleger,
Der wie besessen auf Termine pocht.
Doch der Gedanke macht dich nur noch träger:
„Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht."

Du gehst im Zimmer auf und ab spazieren,
Du nimmst schon mal den Bleistift in die Hand.
Du kannst dich heute gar nicht konzentrieren,
Was du auch denkst, es klingt so hirnverbrannt.

Du bist verzweifelt und raufst dir die Haare
Du denkst, dir fällt nie wieder etwas ein.
Wünscht dem Papier, dass es zur Hölle fahre
Jedoch, es fährt nicht. Du beginnst zu schreien.

Du solltest dir nicht deinen Kopf zerbrechen,
Am Besten ist, du nimmst ein heißes Bad.
Dann solltest du mit dem Verleger sprechen,
Ob es denn wirklich solche Eile hat?

Dann trinke eine heiße Schokolade,
zerreiße mit Genuss das Blatt Papier.
Und irgendwann wird deine Schreibblockade
ersetzt durch eine Schreibwut, glaube mir.


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