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Reflexionen
(Uwe)
 
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War’s letzten Monat oder letzte Woche?
Ich weiß es leider nicht mehr so genau.
Seit ich nicht mehr auf den Kalender poche
und nur noch auf ganz kleiner Flamme koche,
seh ich die Welt in leichtem himmelblau.

Es war doch schon seit Jahren stets das Gleiche:
Die Alltagsbahn fuhr immer geradeaus.
Ich fühlte mich schon fast wie eine Leiche.
Doch plötzlich kam der Zug an eine Weiche
Ich fragte: „Fährst du weiter?“„Steigst du aus?“

Nach kurzem Zögern bin ich ausgestiegen
und hab mich erstmal ratlos umgeschaut.
Fiel auf die Nase, blieb ein Weilchen liegen,
hatte schon Angst, die Welt würd’ mich besiegen -
und fühlte mich nicht wohl in meiner Haut.

Dann dachte ich: „Was kann dir schon passieren?“
Und mit der Zeit kam die Gelassenheit.
Bescheidenheit kann man ganz gut trainieren.
Man soll nicht hungern, ohne auch zu frieren,
ein voller Bauch verursacht Übelkeit.

Ich seh die Welt von einer and’ren Warte
seit ich den geraden Schienenstrang verließ.
Kann nicht verstehn, worauf ich einst beharrte:
Auf Auto, Konto oder Speisekarte
Vermisse nicht das Horn, in das ich blies.

Was ich vermisse, kann man nicht bezahlen:
Das Menschliche im Menschen fehlt mir sehr.
Doch dieser Punkt bereitet mir kaum Qualen
Ich weiß ja nicht wie Gottes Mühlen mahlen -
Vielleicht gibt’s bald gar keine Menschen mehr.

Dann kann die Welt sich erst einmal erholen,
von dem, was ihr die Menschen angetan.
Zurückerobern, was man ihr gestohlen.
Das Paradies kommt auf ganz leisen Sohlen –
Und irgendwann fängt alles wieder an.


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