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Niederschlag
(© Uwe Stuerck)
 
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Ging Freitag Nachmittag spazieren,
konnt mich auf gar nichts konzentrieren,
war irgendwie ganz leer im Schädel.
Traf unterwegs ein schönes Mädel
Sie sagt, sie wolle mit mir gehen,
jedoch ich ließ sie einfach stehen.
Hatte sie gar nicht wahrgenommen,
und wenn, dann höchstens ganz verschwommen.

Ich ging dann weiter durch die Straßen,
einsam und leer,- allein gelassen.
Ein Auto bremst mit lauten Reifen,
ein Mann steigt aus, fängt an zu keifen.
Er schreit mich an, gut aufzupassen,
jedoch ich hab ihn stehenlassen.
Hatte ihn gar nicht wahrgenommen,
und wenn, dann höchstens ganz verschwommen.

Ging weiter durch das Meer der Lichter,
sah keine Menschen und Gesichter.
Kam dann in eine Parkanlage,
spricht mich ein Mann an, hat ´ne Frage,
fragt nach dem Standbild mit dem Reiter,
jedoch ich gehe einfach weiter.
Hatte ihn gar nicht wahrgenommen,
und wenn, dann höchstens ganz verschwommen.

Ging weiter, weiß nicht mehr die Richtung,
kam dann im Park auf eine Lichtung,
gedankenschwer, gesenkt die Lider.
Kommt eine Frau und schlägt mich nieder.
Sieht mich dann an, sagt: „ein Versehen",
Auch diese Frau, ich ließ sie stehen.
War froh, ihr doch noch zu entkommen,
hat mich doch ziemlich mitgenommen.

War jetzt schon unterwegs drei Stunden,
im Kopf das Vakuum - verschwunden.
Setzte mich nieder auf ´ne Mauer,
da gab es einen Regenschauer.
Es fing so richtig an zu gießen,
jedoch mich konnt´ nichts mehr verdrießen.
Schirm hatte ich nicht mitgenommen,
da bin ich halt nach Haus geschwommen.

Und die Moral von der Geschichte:
Gehts dir mal nicht so gut, dann flüchte.
Geh unter Menschen, geh spazieren,
da kann dir einiges passieren.
Du wirst verführt, beschimpft, geschlagen,
man löchert dich mit blöden Fragen.
Schaffst Du´s, nach Haus zurückzukommen,
dann bist Du nicht mehr so beklommen.


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