Zurück
Urlaubsimpressionen
(© Uwe Stuerck)
 
Weiter

 

Ich war im Urlaub in der Wüste,
sie war nicht besser als die Küste.
Ich kriegte zwar ‘nen Sonnenbrand
doch ich verlor nicht den Verstand.
War ja nur Sand.

Sah nachts und nicht am Tag die Sterne
und nur im Fernsehn sah ich Ferne.
Die Wüstentour zum Sonderpreis -
fiel vom Kamel, voll auf den Steiß.
Wünschte mir Eis.

Fuhr dann in ein Hotel im Wald.
Mensch, war es hier in Deutschland kalt.
Aus der Traum von schönen Träumen,
vom deutschen Wald und bunten Bäumen.
In klammen Räumen.

Ich ging nicht durch den Wald, ich schwamm;
versank fast bis zum Knie im Schlamm.
Ich kam voran wie eine Schnecke
und fror trotz einer Thermodecke
Wald? Verrecke!!

Danach bestieg ich diesen Berg.
Herrgottnochmal - das war ein Werk!
Und eines ist mir heute klar,
wohin ich niemals wieder fahr -
Himalaya.

Wir konnten Reinhold Messner sehn,
vor Angst ließ mich mein Träger stehn.
Ich brach beim Abstieg mir ein Bein-
das werd ich Messner nie verzeihn!
Berge? Nein!

Ich nahm ein Schiff, fuhr an den Pol.
Mir war von Anfang an nicht wohl.
Die Sonne strahlte auf das Eis,
doch am Pol wird’s niemals heiß.
Soweit ich weiß.

Ich sah dort kleine weißen Bären,
in Duty-Free-Shops auf den Fähren.
Zum Frühstück gab‘s schon Scholle dort,
die spült man mit ‘ner Molle fort.
Eskimosport.

Ich bin zurück und bleib hier hocken,
lass mich von keinem Ort mehr locken.
Werd nicht mehr in der Welt ‘rumrennen,
kann ich ja gleich mein Geld verbrennen.
Geh lieber pennen.

Ich mach nie wieder einen Plan,
verfall nie mehr dem Urlaubswahn!
Verbrannt, erkältet, aufgeweicht -
mir hat‘s in diesem Jahr gereicht.
Nächstes Jahr....vielleicht?


Zurück
Hexengedichte
Weiter