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Alte Gaslaterne
(© Uwe Stuerck)
 
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hundert Jahre
geronnene Zeit
viel weiß ich nicht
von dir

einmal
hast du den Kaiser
gesehen
nur flüchtig
im Vorbeifahren
aber immerhin

und jeden Abend
kam Hermann
der alte
Gasanzünder

dann
haben sie
braune Plakate
an dir
aufgehängt
und einmal
einen jungen
Kommunisten

wie oft warst du
der Treffpunkt
von Lilli und Marleen
in siegestrunkenen
Nächten?

wie musst du
die Hunde
gehasst haben
die dich beschmutzten
hergelaufene
Reviermarkierer

fast hätte man
aus dir
in Zeiten dunkler Straßen
ein Kanonenrohr
gegossen

doch
dann kamen
Tempo und Käfer
später dann
Mercedes
und man war froh
dass es dich gab

besonders
Karl Heinz
der kriegsversehrte
städtische
Gaslaternenwart
er war jetzt Angestellter
und durfte
wieder
Uniform tragen

nach ihm
kam keiner mehr
man hat dir
nach und nach
den Hahn
zu
ge
dreht
altes Eisen

heut stehst du
blumenumrankt
am Froschteich
in meinem Garten
aufgehängt
an dir
nur ein Vogelhäuschen

ich hab
deinen Spiegel geputzt
und dir
den wievielten?
Anstrich
verpasst
grün

nur Gas hab ich kein’s


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