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Alltag
(© Uwe Stuerck)
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Aufstehn, waschen, Zähne putzen,
rasch noch mal das Klo benutzen,
stehend einen Kaffee trinken,
Kindern noch zum Abschied winken.

Schnell ins Auto, es wird Zeit,
Gott sei Dank, es ist nicht weit.
Rote Ampel, Unfall, Stau.
Am Steuer, logisch, eine Frau!

Angekommen, Parkplatz suchen,
auf die Frühaufsteher fluchen.
Ins Büro, ...das Telefon -
ja ja ja ... ich komm ja schon.

Müller ist schon wieder krank.
Meine Nerven liegen blank.
Sekretärin bringt mir Tee.
Herrgottnochmal! Ich brauch’Kaffee!

Termine, Lieferanten, Kunden,
so vergehen ein paar Stunden
Die Nachmittagskonferenzen
möchte ich am liebsten schwänzen.

Einundzwanzig weiße Kragen,
jeder meint, er muss was sagen.
Alle auf dem hohen Ross
und ganz vorne sitzt der Boss.

Kosten und Investitionen,
Wettbewerbspräsentationen,
Umsatz, Wochenübersicht,
Steuern und Quartalsbericht.

Achtzehn Uhr, ich bin geschlaucht,
eine Schachtel schon geraucht.
Sekretärin bringt Kaffee.
Lernt sie´s nie? Ich möchte Tee!

Schnell noch meine Post durchsehen,
unterschreiben und dann gehen.
Draußen regnets wieder mal.
Berufsverkehr? Ist jetzt egal.

Feierabend, Kinder, Frau,
Abendessen, Tagesschau.
Junior sitzt vorm PC.
Internet? Für mich passé!

Also zieh ich mich zurück
in mein ganz privates Glück.
Dort erwacht mein wahres Wesen.
Das will lesen, lesen, lesen.

Ein- zweihundert Seiten täglich,
denn sonst wär es mir nicht möglich,
den Tagesstress zu überstehn.
So - jetzt kann ich schlafen gehn.


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