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Hinein ins Licht
(© Thomas Salm)
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Der Morgen ist dunkel und auch etwas feucht,
er rennt durch die Strassen, er schwitzt und keucht.

Sein Name ist Thomas, als Faulenzer ein Ass,
doch wenn er mal Sport treibt, dann bereut er das.

Ein Schritt nach dem anderen, die Augen voraus,
er öffnet den Mund, ein Laut dringt heraus.

Wieder und wieder dies Ächzen und Stöhnen,
nicht in seinem Kopf, dort ist es ein Dröhnen.

Die Nacht vergeht, doch das stört ihn nicht,
denn er weiss er läuft hinein in das Licht.

Die Strasse ist lang und kalt der Asphalt,
er überlegt es sich anders und versucht es im Wald.

Pfade und Wege verlässt er sehr bald,
er zertritt lose Äste, dass es nur so knallt.

Über Blätter und Gras, über Sand und Kies,
zwischen Bäumen und Sträuchern, und doch geht's ihm mies.

Seine Lungen schmerzen, sein Hals ist ganz rau,
Laufen ist nicht gesund, jetzt weiss er's genau.

Der Weg immer dunkler, die Bäume sehr dicht,
er verlässt den Wald, hinein in das Licht.


Zurück auf der Strasse bemerkt er es gleich,
im Wald war es dunkler, doch der Boden war weich.

Es zieht in den Beinen und sticht in den Füssen,
er passiert einen Bekannten ohne zu grüssen.

Er rennt und rennt und senkt dann die Lider,
doch schon nach Sekunden hebt er sie wieder.

Atmen und Schritte, mehr kann er nicht hören,
doch es sind die beiden Lichter, die ihn so sehr stören.

Er schliesst wieder die Augen, sieht das Auto nicht,
er strauchelt und stürzt hinein in das Licht.


Der Aufprall ist hart, er schleudert ihn fort,
er fällt in den Rinnstein und liegt dann dort.

Alles wird dunkel, doch seine Augen sind offen,
wie er so da liegt, braucht er nicht mal mehr hoffen.

Er kann nur liegen und warten, er hat keine Wahl,
und dann schlägt sein Herz auch schon zum letzten Mal.

Er sieht sich dort liegen, und ein Tunnel öffnet sich weit,
am Ende des Dunkels bemerkt er Gestalten und Helligkeit.

"Komm zu uns!" rufen sie schlicht,
er schwebt in den Tunnel, hinein in das Licht.

Man begrüsst ihn warm, und er hört die schönsten Klänge,
er bleibt bei ihnen, doch er weiss nicht wie lange.

Er hat kein Gefühl für Raum und auch nicht für Zeit,
vielleicht vergehen Sekunden, vielleicht eine Ewigkeit.

Dann muss er weiter, es saugt ihn fort,
mit einem Mal ist er an einem anderen Ort.

Es ist dunkel und feucht, er fühlt sich eingeengt,
doch es missfällt ihm sehr, dass etwas ihn woanders hin drängt.

Er kann sich nicht wehren, und er begreift seine Lage nicht,
denn jemand presst ihn unerbittlich hinein in das Licht.

Es ist grell und kalt, und jetzt wird ihm alles klar,
denn es ist genauso, wie es das letzte Mal war:

Eine Frau liegt auf dem Rücken, ein paar Leute stehen herum,
alles nochmal von vorne, das ist ihm wirklich zu dumm!

Kurz nach dem Klaps auf den Po - damit er ja weint -,
überlegt er es sich eine Änderung, die ihm wichtig erscheint.

Er ist wieder auf Erden und bleibt diesmal länger dort,
denn in seinem ganzen neuen Leben betreibt er kaum Sport.

Und fragt man ihn danach, dann erklärt er es nicht,
nein, dann rezitiert er "Hinein in das Licht".


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