| Wilfried: |
Ein Lehrling, will er Meister sein,
darf nicht nur steh´n auf einem Bein,
muss lange tun die Schulbank drücken,
muss fleißig üben, Wissen pflücken.
Dem Kramsaknax fiel es sehr schwer,
er wollte werden Zauberer.
Doch bis zum Ziel war es noch weit,
hexen erlernen dauert Zeit.
Er probierte einige Wochen,
aus Kräutern einen Trank zu kochen,
schmecken sollt´ der nach Apfelsaft,
verleihen sollt´ er große Kraft.
Kramsaknax mischte die Lilie
und die grüne Petersilie,
mit Fenchel und mit Krötenkraut,
mit Ziegeneis unaufgetaut.
Der Lehrherr sprang aus seinem Sessel,
als plötzlich knallte es im Kessel,
das ganze Gebräu explodierte,
die Suppe nun die Wände zierte.
Als dann der Rauch langsam verdampfte,
sich das Gesicht vom Chef entkrampfte.
„Kramsaknax, mit Knallbohnensaft,
man diese Prüfung niemals schafft!"
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| Britta: |
Er flehte seinen Meister an:
"Gib mir noch eine Chance, und dann
werd ich die Prüfung glatt besteh'n,
ich schaff das schon, Du wirst es seh'n!"
Der Meister überlegte lang,
dem Kramsaknax wurde schon bang.
Nervös lief er dann hin und her
'ne zweite Chance, die wollte er.
"Na gut," der Meister nickte leicht,
"versuch Dein Glück, nur Lernen reicht
allein nicht aus, es kommt dazu
Intuition und Kraft und Ruh!"
Dem Kramssknax war's fast zu hoch,
er dachte sich, er schafft es doch
mit dem, wie er's bisher getan
und fing schonmal mit Lesen an.
Dann lief er los auf leichten Sohl'n,
als erstes musst' er Birnen hol'n.
Die schälte er und schnitt sie klein,
liess trocknen sie im Sonnenschein.
Nach einer ganz gewissen Zeit,
als Kramssknax dacht', es sei so weit,
in eine Kanne gab er sie,
mit Wasser goss er auf den Tee.
Ein Zaubersprüchlein schnell gesagt,
dann den Meister noch gefragt,
ob er damit zufrieden sei,
der Meister trank, spieh aus - oh wei!
"Pfui Teufel, was für ein Gebräu!
Ich frag mich, wozu das denn sei?
Nein, Kramssknax, das war's wohl nicht,
musst noch mehr lernen, glaube ich!"
Verzweifelt er die Haare rauft,
fühlt sich verraten und verkauft
sein Bestes gab er wirklich, doch!
Er denkt: was will der Meister denn nun noch?
Laut bat er ihn um mehr Geduld,
er stünde dann in seiner Schuld,
ein drittes Mal wollt er's probier'n,
will weiter Bücher noch studier'n.
Der Meister sah ihn zweifelnd an
und sprach:"Schaffst du es wirklich dann?"
Kramsaknax versprach es ihm
und ging zu seinem Buche hin.
Nach ein'ger Zeit hatte er's dann
und ging nach draussen in den Tann',
sammelte Zweig und Ästelein
und manchen Zapfen, rund und klein.
Danach zum Birkenhain er ging,
wo er noch kleine Fliegen fing
die er zusammen mit viel Gras
verschloss in einem kleinen Fass.
Mit dieser Beute kam er dann
nach kurzer Zeit zuhause an.
Er setzt' den Kessel auf den Herd
und dacht': so'n Buch ist schon viel wert.
Ins Wasser, das inzwischen kocht,
gab er Zapfen, Holz und Docht.
Als er die Fliegen wollt reintun,
da konnt's Gewissen gar nicht ruh'n.
"Die armen, kleinen Fliegelein,
die tu' ich doch nicht da hinein.
Es wird schon klappen ohne Tier!
Ich nehm stattdessen lieber Bier."
Nach ein, zwei Stunden Köchelei
wurde das ganze zu'nem Brei,
den er dem Meister präsentiert,
auf einem Teller, hübsch garniert.
Der Meister sah ihn fragend an,
und sprach: "Riech ich da Bier? Oh man!
Mensch, Kramsaknax, so wird das nichts!
Es ist doch wirklich wie verflixt!"
Kramsaknax voll Ungeduld
bittet um des Meisters Huld,
doch dieser sprach:"Brauch Hilfe hier,
ist jemand da, der sagt es mir?"
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| Wilfried: |
Der Ruf der durch den Walde schallt,
nicht ungehört im Laub verhallt.
Kommfix, der Alte ohne Gicht,
zu Kramsaknax ganz weise spricht:
„Versuchs doch mal mit Wandelsprüchen,
statt Köchelei mit Zauberflüchen!"
„Oh Meister, ja das wird mir liegen,
ich will verwandeln Blei in Ziegen."
Kramsaknax schaut auf die Liste,
greift ganz tief in seine Kiste.
Dort liegt neben `nem Stück Lab,
Willibald, der Zauberstab.
Metall, die wichtige Zutat,
der Lehrling sich vom Chef erbat.
Milch, die weiß und frisch muss sein,
stellt Kramsaknax auf einen Stein.
„Beine bringen Blei zum Laufen,
Käse braucht man nicht zu kaufen,
Gras bisher `ne weiche Liege,
wird das Futter für die Ziege."
Dieses Verslein laut gesungen,
Willibald kräftig geschwungen,
hat verwandelt, hört gut zu,
das Stück Blech in eine Kuh.
„Kramsaknax, so ist es recht,
der Versuch war gar nicht schlecht,
weil es ging nur knapp daneben,
etwas Zeit wir dir noch geben."
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| Britta: |
Der Kramsaknax, der rauft das Haar
und denkt: "Das ist doch jetzt nicht wahr!
Ich hab doch alles recht gemacht,
dass ich's nicht schaff, wär doch gelacht!"
Vom Meister gänzlich unbemerkt,
geht er erneut heran ans Werk
er murmelt einen Zauberspruch
doch klang es eher wie ein Fluch.
Und wirklich, da war's schon gescheh'n,
statt dass da Ziegen sind zu seh'n
da zeigte dieses blöde Blei
den Kopf der Hexe Diderei.
Nur hat sie, statt 'ner kurzen Nase
etwas, das ähnelt einer Vase.
Kramsaknax, der ahnte schon,
der Zaubermeisters grossen Hohn.
Flugs er versteckt den Hexenkopf
nur übersah er einen Zopf,
der aus der Ecke lugt hervor
Schon schimpft der Meister:"Dummer Tor!"
Bedauern steht ihm im Gesicht,
denkt, Kramsaknax, der schafft es nicht,
doch laut sagt er, und seufzte schwer,
"Bekommst noch eine Chance mehr!"
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| Wilfried: |
„Die letzte Chance Kramsaknax,
ist herzuzaubern nun ein Fax.
Auf Buntpapier soll stehen klein,
dass du künftig wirst Meister sein."
Dann rief er Hexen und Druiden,
ganz schnell herbei auf diese Wiesen.
Alle sollen es selber sehen,
ob Kramsaknax nun kann bestehen.
Mitten im Kreise, purpurrot,
leuchtet des Lehrlings Kopf vor Not.
Die Hände zittern ungemein,
das Herz rutscht in die Hos´ hinein.
Dann Stille, keiner spricht ein Wort,
alle schaun gespannt zum Ort,
wo Kramsaknax das Stäblein schwingt
und hell ein Zaubersprüchlein singt.
Man ist erstaunt, aus eigner Kraft,
hat Kramsaknax es nun geschafft,
zur abendlichen Waldessstunde,
heran zu faxen `ne Urkunde.
Und die Moral von der Geschichte,
wurde verpackt in dem Gedichte,
wer fleißig ist und sich mal traut,
dem ist die Zukunft nicht verbaut.
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