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Der Urlaub naht, Katalog gewälzt
Das Hirn zermartert, was machen wir jetzt?
Ne Reise nach Jerusalem, das wär toll!
Die Hefte sind mit Angeboten voll.
Wir wollen uns leisten Musik und Wein,
drum darf die Fahrt nicht zu teuer sein.
Ein Abenteuerurlaub, das wäre es doch,
Wir springen vor Freude einen Meter hoch.
Die Unterlagen sind umfangreich, doch recht vage,
Wir bekommen einen Fünfsterneluxusbusmitkloklimaundfassbieranlage.
Eine Rundreise nach Jerusalem ist dort beschrieben,
Eine Fahrt durch Europa ganz nach Belieben.
Zuerst ging's nach Andorra ins Gebirge
Auf den Bergstraßen gab's bald wüstes Gewürge,
Doch ich hatt' ja noch mei Packerl dabei,
Ein Müsliriegel beizeiten, der macht frei.
Schon bald ging's weiter, der Weg war noch weit.
Doch für Jerusalem waren wir noch nicht bereit:
Jetzt ging's nach Irland, auf's grüne Eiland,
im Pub tanzten wir mit den Iren Hand in Hand.
Die Iren sind ein lustig's Volk und singen gern
Auch wir blieben den Pubs und Gesängen nicht fern.
Doch dann schon hieß es wieder Abschied nehmen,
und bald saßen wir im Bus, im Bequemen.
Es ging zur Fähre, nun nach Schottland.
Nach Loch Ness zu fahren, sagte uns der Verstand,
Wir kamen zum Ufer, da stand ein Kerl im Kilt,
er spielte auf einer Flöte und tat gar wild.
Er sang dazu eine gar lustige Weise,
von fernen Ländern und einer Reise,
die er unternommen in jungen Jahren
er war mit dem Fahrrad um die halbe Welt gefahren.
Doch Jerusalem, unser Ziel, hat er nie gesehen.
Er wollte mit uns fahrn, wir erhörten sein Flehen.
Von Schottland fuhren wir ins Land der Griechen,
vom langen Sitzen im Bus tat uns einiges weh, wir konnten nur noch kriechen.
Doch das war schnell vergessen, das Wetter war heiter
Und schon ging's auf die Akropolis weiter.
Doch auch hier war die Reise immer noch nicht zu Ende.
Nun bekam sie jedoch eine neue Wende:
Nach Zypern durch die Ägäis mit einem alten Schlauchboot,
wir fuhren begeistert hinein ins Morgenrot.
Als Segel benutzten wir Tapete von der Rolle,
und hörten im Radio Lieder von ‚Wolle'.
Nach einigen Tagen kamen wir schließlich auf Zypern an,
die Insel zog uns sogleich in ihren Bann.
Auf den Straßen Fahrzeuge aller Arten,
Motorroller, Straßenkreuzer, Fahrräder, doch
wir mussten warten
Auf das nächste Schiff ans Ziel der Reise.
Wir verbrachten die Wartezeit auf unsere Weise:
Am Abend spielte auf der Flöte der Schotte,
langsame Melodien und auch flotte.
Dann kam das Schiff wir fuhren hinüber zum Ziel
Langsam wurde uns das alles zuviel:
Am Zielhafen wartete nicht unser Bus, nein schlimmer,
konnte es kommen wirklich nimmer:
Eine Käferkolonne holte uns ab.
Mit ihr führen wir zum Heiligen Grab.
Hier war unsere Reise dann schließlich aus,
mit dem Flugzeug ging's wieder nach Haus.
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