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Ich hatte mich hoffnungslos verlaufen im Straßenlabyrinth
der fremden Stadt,obwohl ich eigentlich nur ein paar Briefmarken
besorgen wollte. Die vom Reiseleiter angekündigte Inselrundfahrt per Tandem,
den Höhepunkt der Reise, würde ich jetzt wohl verpassen. Stattdessen schlenderte
ich allein durch die Gegend.
Auf dem Marktplatz herrschte reges Treiben und ich ließ mich berauschen
von dem herrlichen Duft der exotischen Früchte. Ein großer, schlanker
Mann in einem bodenlangen Gewand stand stolz wie ein Pharao
vor dem Stand mit Gewürzen und roch kritisch an einem Bündel Vanillestangen.
Eine geschäftstüchtige Marktfrau schwatzte mir eine Ananas auf, und etwas
weiter hinten saß eine kleine, dicke Frau auf einer umgedrehten Bierkiste
und bot süß duftende Hefeteilchen an.
Ich verließ den Marktplatz, kämpfte mich durch das Verkehrschaos
und hatte schon bald die wild hupenden Autos hinter mir gelassen.
Eine kleine Gasse führte mich bergab direkt zu dem menschenleeren Meeresstrand.
Der Sand glitzerte silbern in der Sonne, das Meer schimmerte in den schönsten
Blautönen und am Horizont
konnte ich ein Fischerboot entdecken.
Ich zog meine Schuhe aus und schlenderte durch den warmen Sand.
Unter einem resedagrünen Mandelbaum standen ein
paar verlassene Stühle und Tische. Aus der kleinen Bambushütte nebenan
erklang Reggaemusik.
„Wenn Du willst, verwandle ich Deine Ananas in die köstlichste ‚Pina-Colada’
, die Du je getrunken hast!“ rief mir ein braungebrannter junger Mann
aus der Bambushütte zu.
Ich musste lachen und reichte sie ihm bereitwillig
herüber.
Während ich zusah wie er mit viel Liebe den Cocktail
zubereitete, stieg mir der Duft von Ananas, Rum und Kokosmilch in die
Nase. Auf dem Rand des Glases, das ich eine Weile später in der Hand hielt,
steckte ein Stück Ananas, das Getränk war herrlich fruchtig, und eiskalt.
Ich saß unter dem Mandelbaum und verfolgte fasziniert den Sonnenuntergang.
Leise schwappten die Wellen ans Ufer und der warme Wind strich sanft über
meine Haut. Am Himmel zogen Fregattvögel ihre Kreise.
Die Ruhe wurde nur kurz gestört, als ich von Weitem die energische Stimme
des Reiseleiters und ein lautes Geklingel und Gegröle hörte. - Hatte ich
ihn tatsächlich verpasst, den Höhepunkt der Reise?
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