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(© Irene Mitterer) |
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Meine Bekannten und Freunde haben Recht. Das Internet
ist eine Erfindung des Teufels, man verblödet absolut dabei, hat keinerlei
Interessen mehr und sitzt nur im finsteren Zimmer vor dem Bildschirm,
mit rotumrandeten Augen, während draußen die Sonne scheint und das Leben
an einem vorbeigeht.
Ich gehöre ebenfalls zu diesen verabscheuungswürdigen Menschen, die sich von der Internet-Sucht einfangen haben lassen. Dies hat man mir wiederholt während langer Spaziergänge durch den Maurer-Wald mit den Hunden versichert. Dies musste ich mir bei gemütlichen Heurigenbesuchen, bei Grillfesten im Garten, bei Freundinnen-Treffen in neuen Lokalen, beim Stadtbummel und Fetzen probieren, beim Kosmetik stöbern und im Kaffeehaus an den Kopf werfen lassen. Gut, ich gebe es zu. Meine Freundinnen haben mich überzeugt. Das Internet ist völlig unnötig. Wenn ich das nächste Mal mit meinen Kolleginnen beim Mittagessen sitze
und eine erzählt, Wenn ich während meines Urlaubs in Bibione im Luna Park aus dem Lautsprecher des Ringelspiels ein altes, wohlbekanntes, vertrautes, italienisches Lied höre, das mich durch meine Teenagerzeit begleitet hat und das ich ganz aus der Erinnerung verloren hatte, werde ich nicht "Napster" starten und "Un giorno insieme" eingeben und erfahren, dass die Sänger "I Nomadi" sind, mir das Lied runterladen und verträumt zuhören und mich freuen. Wenn mein Schwiegersohn in spe zu mir kommt und mich am Sonntagabend
fragt: Wenn ich etwas Näheres über ein Buch wissen möchte, werde ich nicht zu amazon.de gehen und mir die Rezensionen durchlesen. Ich nehm einfach einen halben Tag Urlaub und besuche verschiedene Buchhandlungen, bis ich jemanden finde, der mir etwas über das Buch erzählen kann. Ja, so einfach ist es. Oder ich gewöhn mir möglichst schnell ab, mich
für alles Mögliche zu interessieren. Das wär auch eine Möglichkeit.
Das sollte ich meinen Freundinnen sagen! |
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