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Die abenteuerliche Reise
des Regenzwergs Dwarf

(© André Busse, Britta Lüthe, KarlHeinz Graumann, Stephanie du Bois)
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Britta:

Hihihi", kicherte Dwarf und hüpfte durch den Regen.
Wasser, das von oben kam, liebte er über alles, was aber auch kein Wunder war, denn er war ein Regenzwerg.
Er rannte im Regen durch den Wald und sprang juchzend mit beiden Füssen in Pfützen, dass es nur so spritzte.
Wenn es nach ihm ginge, dann dürfte es nie wieder aufhören zu regnen. Was er gar nicht mochte, das war Schnee. Er war so hell, und Pfützen gab es dabei auch keine. Aber glücklicherweise war der Winter vorbei, und es regnete endlich wieder.

Während er so munter durch den Wald sprang, hörte er plötzlich ein Schluchzen.
"Huhuhu", heulte es.
"Nanu," dachte sich Dwarf, "wer weint denn da?".
Suchend sah er sich um. Unter einem Baum sah er eine kleine Elfe stehen, die steinerweichend weinte.
"Warum weinst du denn?" fragte er mitfühlend.

André „Ich bin so traurig," sagte die kleine Elfe „weil ich nicht nach Hause fliegen kann. Meine Flügel sind vollkommen durchnässt und es hört einfach nicht auf zu Regnen. So werden meine Flügel nie trocken! Und ich muss doch nach Hause, wir Elfen feiern heute den Beginn des Frühlings! Das ist eines unserer schönsten Feste." Vergeblich flatterte die Elfe mit den schweren durchnässten Flügeln. Doch sie waren zu nass, um damit fliegen zu können. Entmutigt blickte sie zu Boden.
Dwarf fand es schade, dass jemand anderes durch den Regen unglücklich war, wo er doch so einen Spass dabei hatte. Er grübelte, ob der kleinen Elfe nicht zu helfen sei.
„Kannst du nicht zu Fuss gehen?" fragte er und sah auf die Füsse der Elfe, sie erschienen ihm taugliche Laufwerkzeuge zu sein.
„Wenn ich zu Fuss gehe, dauert das zu lange. Wenn ich fliege, bin ich am frühen Abend bei meinem Volk, doch zu Fuss sind es 2 lange Tagesmärsche!"
Gehen schied also aus, was konnte man nur tun?
KarlHeinz: Dwarf überlegte angestrengt. Regen war nun mal sein Leben, er konnte doch nicht einfach zu Regenzauberer gehen und ihn bitten, die Sonne scheinen zu lassen. Wenn er, Dwarf, zu lange der Sonne ausgesetzt wäre, müsste er sterben. Also schied auch diese Möglichkeit aus.
"Ich hab's," rief er begeistert, "du kannst nicht fliegen, wenn es regnet und ich kann nicht leben, wenn es nicht regnet oder ich nicht in meinem sicheren Versteck bin. Also, ich bitte den Regenzauberer um noch mehr Regen, denn dann ...
Stephanie: ...versammeln sich die Regentropfen und ein kleines Bächlein wird entstehen. Siehst du das Farn dort? Wenn wir einige Wedel zusammen binden, gäben sie ein treffliches Boot." Die kleine Elfe blickte Dwarf fragend an. "Meinst du, das geht?" Dwarf hüpfte ganz aufgeregt von einem Bein auf das Andere. Er malte sich bereits aus, welch ein Abenteuer es wäre, mit der kleinen Elfe durch den Wald zu segeln. Und Abenteuer zu bestehen, davon träumt jeder kleine Regenzwerg. Eines hatte er vor lauter Abenteuerlust jedoch nicht bedacht:
Britta Er liebte zwar den Regen und alles, was nass war, über alles, aber er konnte nicht schwimmen!
Als er noch jung war und seine Eltern ihm das Schwimmen beibringen wollten, hatte er keine Lust dazu und später ergab sich nicht die Gelegenheit, es noch zu lernen.
Aber er freute sich so über seine Idee, dass er gar nicht daran dachte.
Eifrig sprach er zu der kleinen Elfe: "Pass auf, bleib du hier unter dem Baum stehen, damit du nicht noch nasser wirst und ich springe los und baue uns ein wundervolles Boot!"
Zweifelnd sah die Elfe ihm nach, als er begeistert davon hüpfte.

Es dauerte nicht lange und Dwarf hatte ein stabiles kleine Boot aus dem Farn gebaut. Sogar an ein kleines Dach für die Elfe hatte er gedacht!
Die kleine Elfe klatschte überrascht in die Hände.
"Oooh," staunte sie, "es ist wunderschön geworden!"
Und genau im richtigen Moment öffnete der Regenzauberer die Schleussen und der ganze Wald begann sich mit Wasser zu füllen.
Dwarf und die kleine Elfe, die noch rechtzeitig in das Boot gesprungen waren, begannen ihre Fahrt.
Erst begann das kleine Boot ganz gemächlich durch den Wald zu schwimmen, aber dann wurde es immer schneller und schneller, bis schliesslich...

KarlHeinz: bis schließlich das Boot unter einem überhängenden Zweig durchfuhr und in einen kleinen Strudel geriet. Erst drehte es sich langsam um seine eigene Achse, dann schneller und immer schneller. Die beiden Passagiere klammerten sich mit aller Kraft an die kleine Reling des Bootes, um nicht hinaus geschleudert zu werden. Immer schneller ging es im Kreis herum, immer ängstlicher wurden ihre Mienen, immer weniger ihre Kräfte.
Dann plötzlich war alles vorbei. Allerdings waren sie nicht aus eigener Kraft dem Strudel entronnen, sondern ein junges Einhorn hatte ihren Kampf mit den Naturgewalten gesehen und sie...
Britta: kurzentschlossen mit seinem Horn aus den Fluten gehoben.
"Hey!" brüllte Dwarf zornig, "lass uns gefälligst runter!"
Der Schreck sass ihm noch in den Gliedern und da er ausserdem unter leichter Höhenangst litt, war er unfreundlicher als es sonst so seine Art und der momentan Situation auch völlig unangemessen war.
Das Einhorn vergass für einen kleinen Moment die heikle Situation, in der sich Dwarf und die Elfe befanden und schüttelte unwillig sein Haupt.
"Ist das der Dank, dass ich euch gerettet habe?" fragte es vorwurfsvoll.
Dwarf und die kleine Elfe hielten sich verzweifelt an ihrem kleinen Boot fest, das vom Kopfschütteln wie ein Nest in einem windgebeutelten Baum hin- und hergeworfen wurde.
Da passierte es auch schon: von den reissenden Fluten bereits schon lädiert, gab das Schütteln dem Boot den Rest und...
Stephanie: ...zerfiel in 1000 Einzelteile. Dwarf und die kleine Elfe stürzten in die Tiefe. Zum Glück war der Waldboden an dieser Stelle über und über bedeckt mit weichem Moos.
Der kleine Regenzwerg und die zarte Elfe landeten unversehrt in den Moospolstern.

Leider hatte sich eine alte Kiefernnadel ebenfalls im Mooskissen zur Ruhe gelegt. Sie war über die Störung so erbost, daß sie sich ganz spitz machte und sich tief in Dwarfs Zwergenpopo bohrte. "Autsch" brüllte dieser und sprang sofort von dem Mooskissen herunter.

Die kleine Elfe war noch so benommen von dem Sturz, daß sie sich überhaupt nicht rühren konnte. Dwarf hüpfte mit schmerverzerrtem Gesicht von einem Bein auf das Andere während er sich mit beiden Händen den Hosenboden rieb. Auch das junge Einhorn wollte gerade seinem Unmut Ausdruck verleihen, schließlich hatte es für die Beiden sein Leben riskiert. Als es Dwarf aber sah, wie er herum hüpfte mußte es laut lachen. "Stell dich nicht so an" wieherte es, "Ihr habt beide noch einmal Glück gehabt. Ihr solltet dankbar dafür sein, daß ich euer Leben gerettet habe." Die kleine Elfe zupfte verlegen an ihrem Kleidchen, sie strich sich durch die wirren Locken, blickte zu dem Einhorn hinauf und sagte...

Britta: "Oh ja natürlich! Entschuldige bitte!"
Gnädig nickte das Einhorn mit seinem Haupt.

Dwarf war es endlich gelungen, den Störenfried aus seiner Hose zu entfernen und böse fauchte er:
"Ja klar, und es gleich auch wieder auf's Spiel gesetzt!"
Eigentlich war er wegen seines schlechten Benehmens ziemlich verlegen, aber er mochte es nicht zugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.
Zum Glück war das Einhorn gerade sehr gut gelaunt, so dass er Dwarfs Missmut einfach nicht mehr zur Kenntnis nahm.
Neugierig sah es zur Elfe hinunter und fragte:
"Wo wolltet ihr den eigentlich hin? Ward ihr auf Abenteuersuche?"
Und da kullerten bei der kleinen Elfe auch schon wieder die Tränen.
"Ohjeohjeohje..." jammerte sie, "ich werd es nun doch nicht mehr rechtzeitig schaffen, zum Frühlingsfest zuhause zu sein."
Traurig liess es seinen Kopf hängen.
"So so," sprach das Einhorn, "zum Frühlingsfest also. Das wird schwierig!"
Es dachte eine Weile nach und dann blitze sein Horn für einen kurzen Moment auf, denn ihm war etwas eingefallen.
"Weisst du was? Ich hab da eine Idee!" rief es.

Stephanie: einen kurzen Moment an. Eigentlich war ihnen das Einhorn ein wenig unheimlich. Es war ja doch recht groß und das blitzende Horn auf der Stirn konnte einem schon einen Schrecken einjagen. Dwarf wisperte der kleinen Elfe ins Ohr: "Was meinst du? Sollen wir es wagen?" Die kleine Elfe blickte zu dem Einhorn hinauf, dann beugte sie sich zu Dwarf und wisperte zurück: "Ich weiß nicht, ein bischen Angst habe ich schon. Es hat so schrecklich große Füße, was ist, wenn es versehentlich auf uns tritt.?"

Das Einhorn wurde bereits ungeduldig, es begann auf dem Waldboden mit dem linken Vorderhuf zu scharren und sprach: "Was ist denn nun? Ohne mich habt ihr keine Chance noch rechtzeitig zum Beginn des Frühlingsfestes zu gelangen."

Da hatte das Einhorn wohl recht. Das mußten sich Dwarf und die kleine Elfe eingestehen. Und so entschlossen sie sich, das Angebot des Einhorns anzunehmen.

Dwarf zögerte noch einen Moment, dann sagte er zu dem Einhorn:"Wie soll das denn eigentlich gehen? Du bist so groß, wenn du einen Schritt tust, so sind es 7 Schritte für uns. Und außerdem könntest du auf uns treten und uns zerquetschen."

"Aber das ist doch gar kein Problem" sprach das Einhorn, es beugte seine beiden Vorderhufe, so daß Dwarf und die kleine Elfe bequem aufsteigen konnten.

"Nun steigt schon auf, sonst verlieren wir nur unnötig Zeit." Dwarf und die kleine Elfe ließen sich nun nicht mehr lange bitten. Flink kletterten sie empor, um es sich in der wallenden Silbermähne ihres neuen Begleiters ein wenig gemütlich zu machen.

"Haltet euch gut fest", rief das Einhorn und bevor sich die beiden versahen, ging es auch schon los.

KarlHeinz: Das Einhorn warf den Kopf in den Nacken, stieß ein lautes, durchdringendes Wiehern aus, und rannte los.
Wie ein entfesselter Sturmwind sauste es durch den Wald, kaum, dass die Hufe den Boden berührten. Elfe und Regenzwerg klammerten sich mit aller Macht am Fabeltier fest. Immer tiefer krabbelten sie in das warme Fell hinein. Zweige peischten das Tier, aber die beiden Reisenden bekamen nicht davon mit.
Plötzlich wurde die wilde Reise gestoppt, das Einhorn holte tief Luft und sprach:
André: „Wir machen eine Abkürzung über die Schlucht. Wenn wir den Weg durch das Tal nehmen, dauert das zu lange. Haltet euch gut fest! Ich bin schon oft über die Schlucht gesprungen, aber mit euch zwei nassen Gesellen auf dem Rücken könnte es knapp werden."
Erschrocken lugte Dwarf aus der Mähne des Einhorns heraus.
„Wie bitte, eine Schlucht, warte mal, ich habe es nicht so mit Höhe! Vielleicht solltet ihr ohne mich..."
Doch das Einhorn zögerte nicht lange, bäumte sich auf und nahm Anlauf für den Sprung über die Schlucht. Mit wildem Schnauben stob es los und rannte so schnell es konnte.
Dwarf war völlig verzweifelt, worauf hatte er sich da nur eingelassen? Durch den vielen Regen konnte er keine Schlucht sehen. Erst recht nicht, wie tief und breit die Schlucht war. Als sich plötzlich der Regendunst vor ihnen teilte, blieb Dwarf vor Schreck fast das Herz stehen. Das würde nie gut gehen! Die Schlucht war riesig, er konnte kaum den Rand auf der gegenüberliegenden Seite sehen! Er schaute noch mal den Rücken des Einhorns hinab, ob es vielleicht Flügel hätte, die er bei der ersten Begegnung übersehen hätte. Es gab doch Einhörner mit Flügeln? Lieber Gott, bitte lass mich Flügel sehen, dachte Dwarf. Doch da waren keine. Das Einhorn hatte einen völlig glatten, vom Wasser glänzenden Rücken. Ein starker Ruck brachte Dwarf wieder dazu nach vorne zu schauen. Der Atem stockte ihm, sie flogen! Das Einhorn war abgesprungen! Ein nasses Einhorn, beladen mit einem nassen Regenzwerg und einer durchnässten Elfe! Warum hatte er heute morgen nur so gut gefrühstückt? War er nicht eh etwas dicklich geworden in letzter Zeit? Dwarf versuchte sich leichter zu machen, zog den Bauch ein und hielt die Luft an. Seine Augen wurden immer grösser als er sah, dass es knapp werden würde. Sehr knapp! Auch das Einhorn begann erschrocken zu wiehern, merkte es doch, dass es zu schwer beladen war für diesen weiten Sprung. Die kleine Elfe sah die Verzweiflung des Zwerges und des Einhorns. Höhe war für sie als fliegendes Wesen nichts beunruhigendes. Doch auch sie sah, dass die Schlucht zu breit war und das Ziel um Haaresbreite verfehlt werden würde, wenn nichts geschah. Sie breitete ihre Flügel aus. Diese waren im Schutz der Mähne des Einhorns zwar nicht getrocknet, aber doch nicht mehr triefend nass. Sie nahm alle Kraft zusammen, klammerte sich noch stärker in die Mähne des Einhorns und begann mit ihren Flügeln zu schlagen. Es funktionierte! Die kleine Elfe schaffte es, die fehlenden Zentimeter durch Aufbietung aller Kraft in ihren feuchten Flügeln zu überbrücken! Das Einhorn berührte mit den Vorderhufen sicheren Boden, nur die Hinterhufe strauchelten kurz am Rand des Abgrunds, ehe sie festen Halt fanden.
Dwarf, der nun auch vom Angstschweiss pitschnass war, krabbelte vom Rücken des Einhorns und sank auf die Knie. „Heilige Pfütze, das war knapp!"
„Ohne deine Unterstützung hätten wir es nicht geschafft." Sagte das Einhorn zur kleinen Elfe. „Du hast gut und schnell reagiert".
„Wenn ich in der Luft bin, muss ich einfach mit den Flügeln schlagen, das ist wohl Instinkt." Lächelnd streichelnde sie die Mähne des Einhorns. „Auf Dwarf, es geht weiter! Nicht mehr getrödelt!"
Dwarf stand auf, sprang noch nachdenklich in die eine oder andere Pfütze und krabbelte wieder auf den Rücken des Einhorns. „Einen Bitte habe ich: solltet ihr noch mal eine Abkürzung machen, macht sie ohne mich, ich gehe dann aussen rum und komme nach." Weiter ging es durch die grosse Ebene, keine Gräben oder Berge waren mehr im Weg und verzögerten die Reise. Nach langer Zeit konnte Dwarf in einiger Entfernung die grossen Bäume des Elfenlandes erahnen...
Britta:

Die kleine Elfe klatschte vor Freude in die Hände. Nun würde sie doch noch rechtzeitig da sein können.
Langsam begann sich das Einhorn dem Wald zu nähern und Dwarf, dem der Ritt in luftigen Höhen auch nach der langen Zeit immer noch nicht geheuer war, atmete erleichtert auf. Und so, als ob sich die Sonne mit der Elfe freuen würde, brach sie plötzlich zwischen den Wolken durch und schien mit aller Kraft auf die drei Reisenden nieder.

"Iiiiiih....", kreischte Dwarf entsetzt auf, "ist das hell!"
Hatte er erwähnt, dass er ein Regenzwerg sei, bevor sie zu der Reise ins Elfenland aufbrachen? Was hatte ihn den bloss bewogen, mit zu reisen?
Er schüttelte den Kopf über sich selber.
"Ach bitte," bat er das Einhorn, "würde es dir viel ausmachen, mich hier schonmal abzusetzen, damit ich mich mit dem Regenzauberer in Verbindung setzen kann? Ich fürchte, ich habe sonst ein kleines Problem..."
"Wenn ich jetzt anhalte," gab das Einhorn zu bedenken, "dann kommt die kleine Elfe vielleicht doch noch zu spät!"
Oh je, in was für einer vertrackten Situation befand sich der arme Dwarf da bloss.
Er sah die Elfe verzweifelt an. Die Sonne war viel zu gefährlich für ihn, er befürchtete, das Abenteuer nicht zu überleben, wenn ihnen nichts einfiel.
Die kleine Elfe war hin- und hergerissen.
Einerseits wollte sie so schnell wie möglich nach Hause, andererseits wollte sie nichts tun, was das Leben dieses freundlichen Zwergs gefährden könnte.
"Weisst du was," überlegte sie, "...

André: „Wenn du erst einmal im Dorf bist, kannst du es dir an unserem Weiher gemütlich machen Er wird gespeist von einen kleinen Wasserfall, der viele viele Pfützen macht. Vor der Sonne bist du auch sicher, da es am Waldboden fast dunkel ist. Die Riesenbäume lassen nach unten kaum noch Licht durch. Darum leben wir Elfen auch in den Baumwipfeln. Weil wir fliegen können und die Sonne lieben, gefällt es und dort oben am besten."
Dwarf schaute die kleine Elfe an und bekam glänzende Augen, als sie weiter vom feuchten Waldboden und seinen Nebelschwaden erzählte.
„Das hört sich wundervoll an, kleine Elfe, aber ob ich es bis zum Wald noch aushalte? Ich fühle mich schon halb verdorrt!"
"Es ist nicht mehr allzuweit. Aber ich werde meine Flügel über dich ausbreiten. Nun kommt es dir zu Gute, dass sie so schlecht trocknen. Dieser feuchte Umhang wird dich beschützen, bis wir im kühlen Wald sind."
So kroch Dwarf also noch etwas tiefer in die Mähne des Einhorns und die kleine Elfe breitete ihre schimmernden Flügel über ihn aus.
Von der Wärme unter der Mähne und der strahlenden Sonne wurde Dwarf ganz benommen. Die Luft in seinem Versteck war auch nicht die beste.
So bekam er gar nicht mit, als die Drei gerade noch rechtzeitig den Wald erreichten, denn die Flügel der Elfe waren nun wieder vollkommen trocken. Es wurde dunkler, kühler und feuchter.
„Dwarf, du kannst rauskommen, wir sind da. Dwarf?" Er antwortete nicht. Kurz entschlossen trabte das Einhorn zu einer schönen Pfütze mit klarem Wasser. Kleine Insekten tanzten auf der stillen Oberfläche, in der sich nur der dunkle Wald spiegelte. Das Einhorn schüttelte sich kurz und Dwarf flog in hohem Bogen, mit dem Gesäß voraus, in die Pfütze. Das satte „Platsch" und die kühle Feuchtigkeit liessen ihn wieder langsam zu sich kommen. Wasser tropfte von seinem Kopf herab. Noch etwas benommen, sass er einfach nur da. Als sein Hosenboden richtig durchnässt war, kehrten auch seine Lebensgeister zurück. Er schaute sich um und sah noch jede Menge andere Pfützen. Alles was sein Herz begehrte war da: Manche Pfützen waren gross und flach, andere wiederum tief und klein, es gab klare und schlammige Pfützen, einige dampften sogar! Sofort testete er einige und sprang vergnügt umher.

Das Einhorn ging eilig zum Weiher, um etwas zu trinken, bevor Dwarf seine Füsse auch noch in diesen tauchte. Die Elfe flog in die Baumwipfel um ihre Freunde zu begrüssen. Für das Fest war schon alles vorbereitet. Mit Sorge hatte man nur noch auf die kleine Elfe gewartet. Alle waren überglücklich sie wiederzusehen.

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, begann das Fest. Glühwürmchen tanzten und kleine Laternen erhellten die Baumwipfel. Gespannt hörte das Elfenvolk sich die Abenteuer von dem Einhorn, Dwarf und der kleinen Elfe an. Es wurden noch viele andere Geschichten an diesem Abend erzählt, gesungen, getanzt und gelacht. Dwarf kletterte schnell in eine Baumkrone, nur um kurz seine versprochenen Diät zu unterbrechen. Dann verschwand er wieder. Auf dem Weg zu dem Fest hatte er noch eine Pfütze gesehen, die er unbedingt ausprobieren musste.

 


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