| Britta: |
Hihihi", kicherte Dwarf und hüpfte durch den Regen.
Wasser, das von oben kam, liebte er über alles, was aber auch kein
Wunder war, denn er war ein Regenzwerg.
Er rannte im Regen durch den Wald und sprang juchzend mit beiden
Füssen in Pfützen, dass es nur so spritzte.
Wenn es nach ihm ginge, dann dürfte es nie wieder aufhören zu regnen.
Was er gar nicht mochte, das war Schnee. Er war so hell, und Pfützen
gab es dabei auch keine. Aber glücklicherweise war der Winter vorbei,
und es regnete endlich wieder.
Während er so munter durch den Wald sprang, hörte
er plötzlich ein Schluchzen.
"Huhuhu", heulte es.
"Nanu," dachte sich Dwarf, "wer weint denn da?".
Suchend sah er sich um. Unter einem Baum sah er eine kleine Elfe
stehen, die steinerweichend weinte.
"Warum weinst du denn?" fragte er mitfühlend.
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| André |
„Ich bin so traurig," sagte
die kleine Elfe „weil ich nicht nach Hause fliegen kann. Meine Flügel
sind vollkommen durchnässt und es hört einfach nicht auf zu Regnen.
So werden meine Flügel nie trocken! Und ich muss doch nach Hause,
wir Elfen feiern heute den Beginn des Frühlings! Das ist eines unserer
schönsten Feste." Vergeblich flatterte die Elfe mit den schweren durchnässten
Flügeln. Doch sie waren zu nass, um damit fliegen zu können. Entmutigt
blickte sie zu Boden.
Dwarf fand es schade, dass jemand anderes durch den Regen unglücklich
war, wo er doch so einen Spass dabei hatte. Er grübelte, ob der kleinen
Elfe nicht zu helfen sei.
„Kannst du nicht zu Fuss gehen?" fragte er und sah auf die Füsse der
Elfe, sie erschienen ihm taugliche Laufwerkzeuge zu sein.
„Wenn ich zu Fuss gehe, dauert das zu lange. Wenn ich fliege, bin
ich am frühen Abend bei meinem Volk, doch zu Fuss sind es 2 lange
Tagesmärsche!"
Gehen schied also aus, was konnte man nur tun? |
| KarlHeinz: |
Dwarf überlegte angestrengt.
Regen war nun mal sein Leben, er konnte doch nicht einfach zu Regenzauberer
gehen und ihn bitten, die Sonne scheinen zu lassen. Wenn er, Dwarf,
zu lange der Sonne ausgesetzt wäre, müsste er sterben. Also schied
auch diese Möglichkeit aus.
"Ich hab's," rief er begeistert, "du kannst nicht fliegen, wenn es
regnet und ich kann nicht leben, wenn es nicht regnet oder ich nicht
in meinem sicheren Versteck bin. Also, ich bitte den Regenzauberer
um noch mehr Regen, denn dann ... |
| Stephanie: |
...versammeln sich die Regentropfen
und ein kleines Bächlein wird entstehen. Siehst du das Farn dort?
Wenn wir einige Wedel zusammen binden, gäben sie ein treffliches Boot."
Die kleine Elfe blickte Dwarf fragend an. "Meinst du, das geht?" Dwarf
hüpfte ganz aufgeregt von einem Bein auf das Andere. Er malte sich
bereits aus, welch ein Abenteuer es wäre, mit der kleinen Elfe durch
den Wald zu segeln. Und Abenteuer zu bestehen, davon träumt jeder
kleine Regenzwerg. Eines hatte er vor lauter Abenteuerlust jedoch
nicht bedacht: |
| Britta |
Er liebte zwar den Regen und
alles, was nass war, über alles, aber er konnte nicht schwimmen!
Als er noch jung war und seine Eltern ihm das Schwimmen beibringen
wollten, hatte er keine Lust dazu und später ergab sich nicht die
Gelegenheit, es noch zu lernen.
Aber er freute sich so über seine Idee, dass er gar nicht daran dachte.
Eifrig sprach er zu der kleinen Elfe: "Pass auf, bleib du hier unter
dem Baum stehen, damit du nicht noch nasser wirst und ich springe
los und baue uns ein wundervolles Boot!"
Zweifelnd sah die Elfe ihm nach, als er begeistert davon hüpfte.
Es dauerte nicht lange und Dwarf hatte ein stabiles kleine Boot
aus dem Farn gebaut. Sogar an ein kleines Dach für die Elfe hatte
er gedacht!
Die kleine Elfe klatschte überrascht in die Hände.
"Oooh," staunte sie, "es ist wunderschön geworden!"
Und genau im richtigen Moment öffnete der Regenzauberer die Schleussen
und der ganze Wald begann sich mit Wasser zu füllen.
Dwarf und die kleine Elfe, die noch rechtzeitig in das Boot gesprungen
waren, begannen ihre Fahrt.
Erst begann das kleine Boot ganz gemächlich durch den Wald zu schwimmen,
aber dann wurde es immer schneller und schneller, bis schliesslich...
|
| KarlHeinz: |
bis schließlich das Boot unter
einem überhängenden Zweig durchfuhr und in einen kleinen Strudel geriet.
Erst drehte es sich langsam um seine eigene Achse, dann schneller
und immer schneller. Die beiden Passagiere klammerten sich mit aller
Kraft an die kleine Reling des Bootes, um nicht hinaus geschleudert
zu werden. Immer schneller ging es im Kreis herum, immer ängstlicher
wurden ihre Mienen, immer weniger ihre Kräfte.
Dann plötzlich war alles vorbei. Allerdings waren sie nicht aus eigener
Kraft dem Strudel entronnen, sondern ein junges Einhorn hatte ihren
Kampf mit den Naturgewalten gesehen und sie... |
| Britta: |
kurzentschlossen mit seinem
Horn aus den Fluten gehoben.
"Hey!" brüllte Dwarf zornig, "lass uns gefälligst runter!"
Der Schreck sass ihm noch in den Gliedern und da er ausserdem unter
leichter Höhenangst litt, war er unfreundlicher als es sonst so seine
Art und der momentan Situation auch völlig unangemessen war.
Das Einhorn vergass für einen kleinen Moment die heikle Situation,
in der sich Dwarf und die Elfe befanden und schüttelte unwillig sein
Haupt.
"Ist das der Dank, dass ich euch gerettet habe?" fragte es vorwurfsvoll.
Dwarf und die kleine Elfe hielten sich verzweifelt an ihrem kleinen
Boot fest, das vom Kopfschütteln wie ein Nest in einem windgebeutelten
Baum hin- und hergeworfen wurde.
Da passierte es auch schon: von den reissenden Fluten bereits schon
lädiert, gab das Schütteln dem Boot den Rest und... |
| Stephanie: |
...zerfiel in 1000 Einzelteile.
Dwarf und die kleine Elfe stürzten in die Tiefe. Zum Glück war der
Waldboden an dieser Stelle über und über bedeckt mit weichem Moos.
Der kleine Regenzwerg und die zarte Elfe landeten unversehrt in den
Moospolstern.
Leider hatte sich eine alte Kiefernnadel ebenfalls im Mooskissen
zur Ruhe gelegt. Sie war über die Störung so erbost, daß sie sich
ganz spitz machte und sich tief in Dwarfs Zwergenpopo bohrte. "Autsch"
brüllte dieser und sprang sofort von dem Mooskissen herunter.
Die kleine Elfe war noch so benommen von dem Sturz, daß sie sich
überhaupt nicht rühren konnte. Dwarf hüpfte mit schmerverzerrtem
Gesicht von einem Bein auf das Andere während er sich mit beiden
Händen den Hosenboden rieb. Auch das junge Einhorn wollte gerade
seinem Unmut Ausdruck verleihen, schließlich hatte es für die Beiden
sein Leben riskiert. Als es Dwarf aber sah, wie er herum hüpfte
mußte es laut lachen. "Stell dich nicht so an" wieherte es, "Ihr
habt beide noch einmal Glück gehabt. Ihr solltet dankbar dafür sein,
daß ich euer Leben gerettet habe." Die kleine Elfe zupfte verlegen
an ihrem Kleidchen, sie strich sich durch die wirren Locken, blickte
zu dem Einhorn hinauf und sagte...
|
| Britta: |
"Oh ja natürlich! Entschuldige
bitte!"
Gnädig nickte das Einhorn mit seinem Haupt.
Dwarf war es endlich gelungen, den Störenfried aus seiner Hose
zu entfernen und böse fauchte er:
"Ja klar, und es gleich auch wieder auf's Spiel gesetzt!"
Eigentlich war er wegen seines schlechten Benehmens ziemlich verlegen,
aber er mochte es nicht zugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.
Zum Glück war das Einhorn gerade sehr gut gelaunt, so dass er Dwarfs
Missmut einfach nicht mehr zur Kenntnis nahm.
Neugierig sah es zur Elfe hinunter und fragte:
"Wo wolltet ihr den eigentlich hin? Ward ihr auf Abenteuersuche?"
Und da kullerten bei der kleinen Elfe auch schon wieder die Tränen.
"Ohjeohjeohje..." jammerte sie, "ich werd es nun doch nicht mehr
rechtzeitig schaffen, zum Frühlingsfest zuhause zu sein."
Traurig liess es seinen Kopf hängen.
"So so," sprach das Einhorn, "zum Frühlingsfest also. Das wird schwierig!"
Es dachte eine Weile nach und dann blitze sein Horn für einen kurzen
Moment auf, denn ihm war etwas eingefallen.
"Weisst du was? Ich hab da eine Idee!" rief es.
|
| Stephanie: |
einen kurzen Moment an. Eigentlich
war ihnen das Einhorn ein wenig unheimlich. Es war ja doch recht groß
und das blitzende Horn auf der Stirn konnte einem schon einen Schrecken
einjagen. Dwarf wisperte der kleinen Elfe ins Ohr: "Was meinst du?
Sollen wir es wagen?" Die kleine Elfe blickte zu dem Einhorn hinauf,
dann beugte sie sich zu Dwarf und wisperte zurück: "Ich weiß nicht,
ein bischen Angst habe ich schon. Es hat so schrecklich große Füße,
was ist, wenn es versehentlich auf uns tritt.?"
Das Einhorn wurde bereits ungeduldig, es begann auf dem Waldboden
mit dem linken Vorderhuf zu scharren und sprach: "Was ist denn nun?
Ohne mich habt ihr keine Chance noch rechtzeitig zum Beginn des
Frühlingsfestes zu gelangen."
Da hatte das Einhorn wohl recht. Das mußten sich Dwarf und die
kleine Elfe eingestehen. Und so entschlossen sie sich, das Angebot
des Einhorns anzunehmen.
Dwarf zögerte noch einen Moment, dann sagte er zu dem Einhorn:"Wie
soll das denn eigentlich gehen? Du bist so groß, wenn du einen Schritt
tust, so sind es 7 Schritte für uns. Und außerdem könntest du auf
uns treten und uns zerquetschen."
"Aber das ist doch gar kein Problem" sprach das Einhorn, es beugte
seine beiden Vorderhufe, so daß Dwarf und die kleine Elfe bequem
aufsteigen konnten.
"Nun steigt schon auf, sonst verlieren wir nur unnötig Zeit." Dwarf
und die kleine Elfe ließen sich nun nicht mehr lange bitten. Flink
kletterten sie empor, um es sich in der wallenden Silbermähne ihres
neuen Begleiters ein wenig gemütlich zu machen.
"Haltet euch gut fest", rief das Einhorn und bevor sich die beiden
versahen, ging es auch schon los.
|
| KarlHeinz: |
Das Einhorn warf den Kopf in
den Nacken, stieß ein lautes, durchdringendes Wiehern aus, und rannte
los.
Wie ein entfesselter Sturmwind sauste es durch den Wald, kaum, dass
die Hufe den Boden berührten. Elfe und Regenzwerg klammerten sich
mit aller Macht am Fabeltier fest. Immer tiefer krabbelten sie in
das warme Fell hinein. Zweige peischten das Tier, aber die beiden
Reisenden bekamen nicht davon mit.
Plötzlich wurde die wilde Reise gestoppt, das Einhorn holte tief Luft
und sprach: |
| André: |
„Wir machen eine Abkürzung über
die Schlucht. Wenn wir den Weg durch das Tal nehmen, dauert das zu
lange. Haltet euch gut fest! Ich bin schon oft über die Schlucht gesprungen,
aber mit euch zwei nassen Gesellen auf dem Rücken könnte es knapp
werden."
Erschrocken lugte Dwarf aus der Mähne des Einhorns heraus.
„Wie bitte, eine Schlucht, warte mal, ich habe es nicht so mit Höhe!
Vielleicht solltet ihr ohne mich..."
Doch das Einhorn zögerte nicht lange, bäumte sich auf und nahm Anlauf
für den Sprung über die Schlucht. Mit wildem Schnauben stob es los
und rannte so schnell es konnte.
Dwarf war völlig verzweifelt, worauf hatte er sich da nur eingelassen?
Durch den vielen Regen konnte er keine Schlucht sehen. Erst recht
nicht, wie tief und breit die Schlucht war. Als sich plötzlich der
Regendunst vor ihnen teilte, blieb Dwarf vor Schreck fast das Herz
stehen. Das würde nie gut gehen! Die Schlucht war riesig, er konnte
kaum den Rand auf der gegenüberliegenden Seite sehen! Er schaute noch
mal den Rücken des Einhorns hinab, ob es vielleicht Flügel hätte,
die er bei der ersten Begegnung übersehen hätte. Es gab doch Einhörner
mit Flügeln? Lieber Gott, bitte lass mich Flügel sehen, dachte Dwarf.
Doch da waren keine. Das Einhorn hatte einen völlig glatten, vom Wasser
glänzenden Rücken. Ein starker Ruck brachte Dwarf wieder dazu nach
vorne zu schauen. Der Atem stockte ihm, sie flogen! Das Einhorn war
abgesprungen! Ein nasses Einhorn, beladen mit einem nassen Regenzwerg
und einer durchnässten Elfe! Warum hatte er heute morgen nur so gut
gefrühstückt? War er nicht eh etwas dicklich geworden in letzter Zeit?
Dwarf versuchte sich leichter zu machen, zog den Bauch ein und hielt
die Luft an. Seine Augen wurden immer grösser als er sah, dass es
knapp werden würde. Sehr knapp! Auch das Einhorn begann erschrocken
zu wiehern, merkte es doch, dass es zu schwer beladen war für diesen
weiten Sprung. Die kleine Elfe sah die Verzweiflung des Zwerges und
des Einhorns. Höhe war für sie als fliegendes Wesen nichts beunruhigendes.
Doch auch sie sah, dass die Schlucht zu breit war und das Ziel um
Haaresbreite verfehlt werden würde, wenn nichts geschah. Sie breitete
ihre Flügel aus. Diese waren im Schutz der Mähne des Einhorns zwar
nicht getrocknet, aber doch nicht mehr triefend nass. Sie nahm alle
Kraft zusammen, klammerte sich noch stärker in die Mähne des Einhorns
und begann mit ihren Flügeln zu schlagen. Es funktionierte! Die kleine
Elfe schaffte es, die fehlenden Zentimeter durch Aufbietung aller
Kraft in ihren feuchten Flügeln zu überbrücken! Das Einhorn berührte
mit den Vorderhufen sicheren Boden, nur die Hinterhufe strauchelten
kurz am Rand des Abgrunds, ehe sie festen Halt fanden.
Dwarf, der nun auch vom Angstschweiss pitschnass war, krabbelte vom
Rücken des Einhorns und sank auf die Knie. „Heilige Pfütze, das war
knapp!"
„Ohne deine Unterstützung hätten wir es nicht geschafft." Sagte das
Einhorn zur kleinen Elfe. „Du hast gut und schnell reagiert".
„Wenn ich in der Luft bin, muss ich einfach mit den Flügeln schlagen,
das ist wohl Instinkt." Lächelnd streichelnde sie die Mähne des Einhorns.
„Auf Dwarf, es geht weiter! Nicht mehr getrödelt!"
Dwarf stand auf, sprang noch nachdenklich in die eine oder andere
Pfütze und krabbelte wieder auf den Rücken des Einhorns. „Einen Bitte
habe ich: solltet ihr noch mal eine Abkürzung machen, macht sie ohne
mich, ich gehe dann aussen rum und komme nach." Weiter ging es durch
die grosse Ebene, keine Gräben oder Berge waren mehr im Weg und verzögerten
die Reise. Nach langer Zeit konnte Dwarf in einiger Entfernung die
grossen Bäume des Elfenlandes erahnen... |
| Britta: |
Die kleine Elfe klatschte vor Freude in die Hände. Nun würde sie
doch noch rechtzeitig da sein können.
Langsam begann sich das Einhorn dem Wald zu nähern und Dwarf, dem
der Ritt in luftigen Höhen auch nach der langen Zeit immer noch
nicht geheuer war, atmete erleichtert auf. Und so, als ob sich die
Sonne mit der Elfe freuen würde, brach sie plötzlich zwischen den
Wolken durch und schien mit aller Kraft auf die drei Reisenden nieder.
"Iiiiiih....", kreischte Dwarf entsetzt auf, "ist das hell!"
Hatte er erwähnt, dass er ein Regenzwerg sei, bevor sie zu der Reise
ins Elfenland aufbrachen? Was hatte ihn den bloss bewogen, mit zu
reisen?
Er schüttelte den Kopf über sich selber.
"Ach bitte," bat er das Einhorn, "würde es dir viel ausmachen, mich
hier schonmal abzusetzen, damit ich mich mit dem Regenzauberer in
Verbindung setzen kann? Ich fürchte, ich habe sonst ein kleines
Problem..."
"Wenn ich jetzt anhalte," gab das Einhorn zu bedenken, "dann kommt
die kleine Elfe vielleicht doch noch zu spät!"
Oh je, in was für einer vertrackten Situation befand sich der arme
Dwarf da bloss.
Er sah die Elfe verzweifelt an. Die Sonne war viel zu gefährlich
für ihn, er befürchtete, das Abenteuer nicht zu überleben, wenn
ihnen nichts einfiel.
Die kleine Elfe war hin- und hergerissen.
Einerseits wollte sie so schnell wie möglich nach Hause, andererseits
wollte sie nichts tun, was das Leben dieses freundlichen Zwergs
gefährden könnte.
"Weisst du was," überlegte sie, "...
|
| André: |
„Wenn du erst einmal im Dorf
bist, kannst du es dir an unserem Weiher gemütlich machen Er wird
gespeist von einen kleinen Wasserfall, der viele viele Pfützen macht.
Vor der Sonne bist du auch sicher, da es am Waldboden fast dunkel
ist. Die Riesenbäume lassen nach unten kaum noch Licht durch. Darum
leben wir Elfen auch in den Baumwipfeln. Weil wir fliegen können und
die Sonne lieben, gefällt es und dort oben am besten."
Dwarf schaute die kleine Elfe an und bekam glänzende Augen, als sie
weiter vom feuchten Waldboden und seinen Nebelschwaden erzählte.
„Das hört sich wundervoll an, kleine Elfe, aber ob ich es bis zum
Wald noch aushalte? Ich fühle mich schon halb verdorrt!"
"Es ist nicht mehr allzuweit. Aber ich werde meine Flügel über dich
ausbreiten. Nun kommt es dir zu Gute, dass sie so schlecht trocknen.
Dieser feuchte Umhang wird dich beschützen, bis wir im kühlen Wald
sind."
So kroch Dwarf also noch etwas tiefer in die Mähne des Einhorns und
die kleine Elfe breitete ihre schimmernden Flügel über ihn aus.
Von der Wärme unter der Mähne und der strahlenden Sonne wurde Dwarf
ganz benommen. Die Luft in seinem Versteck war auch nicht die beste.
So bekam er gar nicht mit, als die Drei gerade noch rechtzeitig den
Wald erreichten, denn die Flügel der Elfe waren nun wieder vollkommen
trocken. Es wurde dunkler, kühler und feuchter.
„Dwarf, du kannst rauskommen, wir sind da. Dwarf?" Er antwortete nicht.
Kurz entschlossen trabte das Einhorn zu einer schönen Pfütze mit klarem
Wasser. Kleine Insekten tanzten auf der stillen Oberfläche, in der
sich nur der dunkle Wald spiegelte. Das Einhorn schüttelte sich kurz
und Dwarf flog in hohem Bogen, mit dem Gesäß voraus, in die Pfütze.
Das satte „Platsch" und die kühle Feuchtigkeit liessen ihn wieder
langsam zu sich kommen. Wasser tropfte von seinem Kopf herab. Noch
etwas benommen, sass er einfach nur da. Als sein Hosenboden richtig
durchnässt war, kehrten auch seine Lebensgeister zurück. Er schaute
sich um und sah noch jede Menge andere Pfützen. Alles was sein Herz
begehrte war da: Manche Pfützen waren gross und flach, andere wiederum
tief und klein, es gab klare und schlammige Pfützen, einige dampften
sogar! Sofort testete er einige und sprang vergnügt umher.
Das Einhorn ging eilig zum Weiher, um etwas zu trinken, bevor Dwarf
seine Füsse auch noch in diesen tauchte. Die Elfe flog in die Baumwipfel
um ihre Freunde zu begrüssen. Für das Fest war schon alles vorbereitet.
Mit Sorge hatte man nur noch auf die kleine Elfe gewartet. Alle
waren überglücklich sie wiederzusehen.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, begann das Fest. Glühwürmchen
tanzten und kleine Laternen erhellten die Baumwipfel. Gespannt hörte
das Elfenvolk sich die Abenteuer von dem Einhorn, Dwarf und der
kleinen Elfe an. Es wurden noch viele andere Geschichten an diesem
Abend erzählt, gesungen, getanzt und gelacht. Dwarf kletterte schnell
in eine Baumkrone, nur um kurz seine versprochenen Diät zu unterbrechen.
Dann verschwand er wieder. Auf dem Weg zu dem Fest hatte er noch
eine Pfütze gesehen, die er unbedingt ausprobieren musste.
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