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In einem tiefen, dunklen See
da lebte einmal eine Fee.
Doch lebte sie dort nicht allein,
ihr zur Seit' war Hannilein.
Hannilein ein Fischlein war,
es schwamm mal hier und schwamm mal da.
Doch eines Tag's zur Mittagszeit
kein Hannilein war weit und breit.
Die Fee verzweifelt sucht' und rief,
der Haussegen hing schrecklich schief,
doch Hannilein, der hörte nicht,
wo steckt er nur, der kleine Wicht?
Schnell kamen alle Freunde an
und suchten alle ihn sodann,
sie riefen hier und riefen dort,
doch Hannilein blieb weiter fort.
"Ach Hannilein", die Fee laut weint,
"wo bist du, dass du nicht erscheinst?
Hannilein, du fehlst mir sehr,
so einsam kommt mir vor das Meer."
Und während sie da sitzt und flennt,
denkt, dass sie heut' alleine pennt,
da stupst sie plötzlich jemand an,
und vor ihr steht ein Feenmann.
"Hallo du Fee, erkennst mich nicht?
Dann sieh mir doch mal ins Gesicht!
Ich bin's, dein lieber Hannilein,
doch jetzt bin ich gar nicht mehr klein!
Darfst ganz getrost nun Hanno sagen,
und hör endlich auf zu klagen,
du ahnst ja nicht, was mir geschah,
doch glaub mir, jedes Wort ist wahr!"
Die Fee sah zweifelnd ihn dann an,
und wollte doch gar keinen Mann,
das Hannilein war pflegeleicht,
und hätte ihr total gereicht.
"Ach weißt du," darauf sagte sie,
"man soll nix brechen über's Knie,
das Hannilein war lieber mir,
ganz ehrlich, echt, das schwör' ich dir!"
Darauf der Hanno schwieg ganz still,
das war nicht das, was er auch will.
Und leise vor sich hin er grollte
und sich still von dannen trollte.
Worauf die Fee ein Herz sich nahm
und denkt: "egal, was ich bekam,
ich mochte Hannilein schon sehr,
vielleicht mag ich ihn ja noch mehr?"
Und so sie rief: "So halte ein,
du kannst noch immer bei mir sein!
Ich hab's mir anders überlegt,
's ist oft Gewohnheit, die man pflegt!
Was dir geschah, ist mir egal,
ich mag dich doch auf jedenfall!"
Erleichtert nahm der Hanno dann
seine Fee fest in den Arm.
So lebten sie im tiefen See,
der Hanno und die gute Fee
und wenn sie nicht gestorben sind,
so leben sie noch heut', mein Kind!
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