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Das Aquarium
(© Britta Lüthe)

 
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Ich wollte schon immer ein Aquarium haben.
Es gibt nichts Schöneres, als in Ruhe vor einem Aquarium zu sitzen und beim Betrachten der ruhig dahinschwimmenden Fische die Gedanken schweifen zu lassen. Und in die Stille, die ich in meiner Wohnung genießen konnte, paßte so ein Aquarium wunderbar hinein.
Wenn ich ausgelaucht von der schweren Arbeit in meinem Verwaltungsbüro nach Hause kam, mich von den Anstrengungen des Aktenstemmens erholen wollte, so hatte die Vorstellung, dieses vor einem Aquarium zu tun, schon etwas Reizvolles.
Allerdings hatte ich den Eindruck, daß meine Katze von dieser Idee in einem etwas anderen Sinne angetan war als mir lieb gewesen wäre. Also überlegte ich, wie Katze und Aquarium in einem Haushalt zusammenleben konnten, ohne daß einer von beiden Schaden erlitt.
Tagelang grübelte ich darüber nach und kam zu dem Schluß, daß jemand ein Auge auf die Katze haben mußte. Mir kam die Idee, einen Hund so abzurichten, daß er die Katze vom Fischen abhalten könnte. Also wälzte ich die nächsten Wochen eine Zeitung nach der anderen, auf der Suche nach dem geeigneten Hund. Ich fand ihn in Form eines Neufundländers, dem man eine besondere Liebe zum Wasser nachsagte, was durchaus einen Sinn machte. Für den Fall, daß die Katze bei dem Versuch zu angeln ins Wasser fallen sollte, könnte der Hund erstens die Fische vor der Katze retten und zweitens die Katze vor dem Ertrinken.
Nun sind Hunde ja leider nicht so pflegeleicht wie Katzen und die Vorstellung, bei Wind und Wetter mit dem Tier rausgehen zu müssen, befremdete mich schon ein bißchen. Und wieder setzte ich mich hin und zerbrach mir den Kopf über dieses Problem. Nein, Zeitungen wälzte ich diesmal nicht, aber es traf sich gut, daß ich kurze Zeit später eine Frau kennenlernte, die nicht nur willens war, sich um den Hund zu kümmern, sondern auch um mich.
Somit hätte ich das Problem mit dem Hund also auch gelöst. Leider stellte sich mit der Zeit heraus, daß meine Frau eine sehr gesprächige war und ich kaum noch Gelegenheit bekam, mir ein gewisses Grundwissen über den Erwerb von Aquarien anzulesen. Aber auch diesen Makel in meinem Leben konnte ich geschickt lösen, denn was lenkt eine Frau mehr ab als ein Kind?
Und so wurde mein Haushalt durch die Ankunft unserer Tochter vergrößert.

Für ein Aquarium habe ich natürlich keine Zeit mehr.
Wie sollte ich mich auch darum kümmern können, wenn ich vollauf damit beschäftigt bin, mit meiner Frau, meiner Tochter und dem Hund plaudernd spazieren zu gehen und die Katze davon abzuhalten, den Hund zu ärgern?


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