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Die Milchhexe
(© Astrid Hinkelmann)
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Die Hexe Schlabbertrunkonia und der Zauberer Nimmerkrank wohnen in einem alten Haus, im Wald, bei den sieben großen Tannen.
Weil das Haus für einen alleine doch sehr groß wäre und die beiden außerdem gute Freunde sind, wohnen sie gemeinsam dort.
Jeder hat hat ein eigenes Schlafzimmer mit Kachelofen und weil ein Schlafzimmer und noch ein Schlafzimmer zusammen zwei Schlafzimmer sind, gibt es in diesem Hexenundzaubererwaldhaus also zwei Schlafzimmer.
Dann wären da natürlich noch die anderen Zimmer, die von Schlabbertrunkonia sowie von Nimmerkrank gemeinsam benutzt werden.
Genau neun weitere Zimmer findet man dort noch:
Eine Hexenundzaubererküche, ein Zaubererundhexenbadezimmer, ein Grübelundnachdenkzimmer, ein Bücherundschreibzimmer, ein Hexenkesselundzauberbuchzimmer, ein Schlechtelauneundlautfluchen-
zimmer, ein Hüpfimdreieckundlachlautzimmer, ein Ideenundmalzimmer und ein Besenundzauberstabzimmer!
Jeden morgen frühstücken Schlabbertrunkonia und Nimmerkrank gemeinsam in der warmen Hexenzaubererküche. Der runde Tisch ist dabei vollgestellt von allerlei Dingen, die zu einem ausgiebigen Frühstück so dazugehören. Brot, Brötchen, Cornflakes, Butter, Marmelade, Honig, Wurst, Käse, Eier, Orangensaft, Tee, Kaffee und MILCH !
Und beide wissen, diese Ichfrühstückebisichplatzetageszeit ist der schönste Teil des Tages!
Nur in einem Punkt, da sind sie sich überhaupt nicht einig! Nämlich wenn es um MILCH geht!
Während Schlabbertrunkonia MILCH für ihr Leben gern trinkt, schüttelt sich Nimmerkrank schon beim Anblick dieser weißen Flüssigkeit. Insgeheim wünscht er sich, dieses erbärmlichschmeckendeundriechende Getränk nie wieder in seiner Nähe zu haben und erst recht nicht auf dem Tisch, bei der doch ach so schönen Ichfrühstückebisichplatzetageszeit.
Als er den Anblick dieser Milch nun überhaupt nicht mehr ertragen kann und ihm selbst der Tee, bei diesem milchschlürfendem Geräusch von Schlabbertrunkonia , nicht mehr schmeckt, da kann er seinen, um diese Tageszeit sonst schweigendenundnurkauenden, Mund nicht mehr halten! "Potzblitzkrötenbeinundmäusedreck"...ruft er plötzlich so laut, das Schlabbertrunkonia erschrocken zusammenzuckt und ihr die Tasse mit der MILCH auf den Boden, der sonst so sauberen Hexenundzaubererküche, fällt.
"Ja, beim heiligen Rabinski, sag' mal Nimmerkrank, was ist denn in dich gefahren? Ooooh...... eine Zumzauberkesselschreiende Unverschämtheit ist es, mich bei der Ichfrühstückebisichplatzetageszeit zu stören. Sieh' ! Los, sieh' her was du angerichtet hast, du.....Achichweißnichtwasdubist! Meine wunder-wunderschöne Milchschlürftasse ist nun hinüber!!!! Ja !!!! Hinüber ist sie und liegt dort in Achichweißnichtwievielen Scherben!
Verflixtunddreimalpaukenschlag! Aus was soll ich bitteschön jetzt morgens meine Milch trinken? Hä? Kannst du mir dies, an diesem unglückseligen Morgen mal verraten?"
Nimmerkrank, selbst erschrocken von dem, was soeben geschehen ist, zuckt ratlos die Schultern! Er schaut auf die Scherben am Boden, sieht dann hoch zu Schlabbertrunkonia , und weiß gar nicht so recht was er sagen soll! Gut, er hatte etwas die Beherrschung verloren als er so losbrüllte, aber nie und nimmer hat er doch gewollt, das die Milchschlürftasse von Schlabbertrunkonia, nun in tausend Stücke zerteilt, dort auf dem Hexenundzaubererküchenboden liegt!
"Beim heiligen Krötenfuß, Schlabbertrunkonia, es tut mit wirklich Siebentannenmäßig leid!
Was sollen wir denn nun tun?"
"Das fragst du mich, du Unglücksrabe? Beim heiligen Rabinski, sieh zu wie du heute deine Zeit verbringst! Ich hab' erst mal genug von dir!"
Schlabbertrunkonia springt vom Stuhl auf und mit hocherhobenem Kopf stolziert sie aus der Hexenundzaubererküche, den zerknirschten Nimmerkrank keines Blickes mehr würdigend.
Sie geht schnurstracks ins Schlechtelauneundlautfluchenzimmer und schließt sich dort ein.
Nimmerkrank währenddessen, fegt die Scherben der Milchschlürftasse zusammen und begibt sich danach ins Grübelundnachdenkzimmer!
"Sicher," murmelt er vor sich her, "ich könnte meine Zauberkräfte anwenden und die Scherben wieder zur Milchschlürftasse zusammen zaubern! Aber einer Hexe ist es verboten, aus einer Tasse zu trinken, die schon einmal zerbrochen war! Ach ich Unglückstropf! Nun ist Schlabbertrunkonia böse auf mich und hat mit Sicherheit keine Lust, mit mir unsere täglichen Späße im Hüpfimdreieckundlachlautzimmer zu haben !"
Schlabbertrunkonia sitzt im Schmollwinkel des Schlechtelauneundlaut-
fluchenzimmer. Sie hat sich vorgenommen dieses Zimmer so schnell nicht mehr zu verlassen. "Soll Nimmerkrank doch sehen wie er sich heute die Zeit vertreibt" murmelt sie vor sich hin.
So vergeht Stunde um Stunde!
Während Nimmerkrank vergeblich versucht, auch allein an all' den sonst so lustigen Dingen Spaß zu haben, sitzt Schlabbertrunkonia noch immer im Schlechtelauneundlautfluchenzimmer.
Ihre Wut hat sich gelegt und sie beginnt sich zu langweilen.
"Hmmmm......." murmelt sie " was Nimmerkrank wohl gerade macht? Bestimmt ist er im Hexenkesselundzauberbuchzimmer und probiert gerade eine lustige neue Zauberformel aus.
Ob ich mal nachsehen soll ? NEIN...ich bleibe hier, schließlich bin ich ja wütend!"
Nimmerkrank hat festgestellt, das ihm ohne die Ideen von Schlabbertrunkonia gar nichts so richtig Spaß macht! Sogar das Milchschlürfende Geräusch vermißt er! Das hätte er ja niemals für möglich gehalten.! "Ach," denkt er sich, " nie wieder würde ich Schlabbertrunkonia beim Milchschlürfen innerlich verfluchen, wenn sie doch nur nicht mehr wütend auf mich wäre!
Was ist schon ein Milchschlürfendes Geräusch gegen diese Langeweile die ich ohne unsere Späße habe!"
Auch Schlabbertrunkonia denkt und denkt und denkt!
"Was ist schon eine Milchschlürftasse" denkt sie sich "Viel wichtiger ist es doch einen Freund zu haben, mit dem man Späße machen kann. Ob Nimmerkrank ohne mich genauso viel Spaß hat ? Vielleicht will er mit mir ja gar nichts mehr unternehmen, wo ich doch immer so schnell wütend bin?"
Leise schließt sie die Tür vom Schlechtelauneundlautfluchenzimmer auf. Sie drückt vorsichtig die Türklinke hinunter und auf Zehenspitzen schleicht sie aus dem Zimmer.
Zur selben Zeit schleicht Nimmerkrank aus dem Ideenundmalzimmer in Richtung Schlechtelauneundlautfluchenzimmer. Er will doch mal sein rechtes Ohr an die Türe legen und lauschen, ob Schlabbertrunkonia noch im Zimmer ist und wenn ja, ob sie wütend flucht.
Auf halbem Wege prallen die beiden gegeneinander und schauen sich verdutzt an. Dann müssen sie laut lachen und lachen und lachen! Gar nicht mehr aufhören können sie!
Ach, was sind sie froh, das sie wieder gemeinsam fröhlich sein können. Sie tanzen vor Freude durch alle Zimmer und nehmen sich vor, wegen einer solchen Kleinigkeit keinen Streit mehr anzufangen. Eine neue Milchschlürftasse kann man sich schließlich immer wieder besorgen und beim Milchschlürfendem Geräusch, kann man sich ein wenig Watte in die Ohren stopfen!
Darin sind sich beide einig.


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